Ironman WM Hawaii 2011


Party


Der Tag X


Aloha zusammen,

nun sitze ich hier am Computer mit zwei Eisbeutel auf den Füßen und wenn ich mich nicht bewege geht es mir ganz gut und ich bin mit mir und der Welt sehr zufrieden.

Am schlimmsten hat es meine Füße erwischt, die voller großer Blasen sind und zusätzlich noch stark geschwollen. Durch das ständieg Kühlen mit Wasser und Eis beim Laufen sind die Füße sozusagen den Marathon unter Wasser gelaufen und das mögen sie wohl nicht so. Aber fangen wir mal von vorne an:

Ich habe die Nacht vorm Ironman sehr gut geschlafen und bin um kurz nach 3 von selbst aufgewacht. Kurz geduscht und dann gab es Weißbrot mit Marmelade zum Frühstück. Draußen war es noch stockdunkel, aber man spürte schon, dass das Hotel bzw. der ganze Ort früher als sonst erwacht. Um 5 Uhr sind Oli, Bernd, Chantal, Michael und ich dann zu Fuß Richtung Start marschiert. Die Strasse war schon komplett voll mit Leuten und es zog eine gespenstisch stille Karawane zum Startbereich.

Zuerst stand das Bodymarking an, was die Amis höchst penibel machen und danach wurdest du noch gewogen, um nach dem Rennen eine evtl. Dehydrierung feststellen zu können.

Ansonsten war es vorm Start schon eine gewisse Routine und nicht anders als überall. Rad aufpumpen und eine letzte Durchsicht, Anzug mit Gleitcreme einpinseln,30min anstehen am Dixieklo, um dann wenn du endlich dran bist, doch nicht mehr zu müssen und, und , und….

Zum Start hin herrscht immer ein großes Gedränge, weil die Platzmöglichkeiten hier in Hawaii doch deutlich begrenzt sind. Im Wasser habe ich mich dann so in die dritte Reihe fast ganz nach links gestellt. Bum! Ein Kanonenschlag entfesselt dann die riesige Massenschlägerei im Wasser. Mein Ziel war es möglichst stressfrei durchzukommen und das konnte ich überraschenderweise am Start schon realisieren. Aber es wäre ja auch zu schön gewesen und so kam ich nach 500m in eine üble Keilere. Auch am Wendepunkt ging es hoch her, jedoch war es alles in allem eines der angenehmeren Schwimmen. Nach 1h und 7min hatte ich dann wieder Boden unter den Füßen und war damit zufrieden. Genau nach Plan! Einem schnellen Wechsel folgte dann das Radfahren, wo auf den ersten 25km Rush Hour pur war.

Blinker links und vorbei war die Devise. Jedoch hielt ich mich genau nach Plan und für immer nur mit angezogener Handbremse. Nach 40km musste ich blöderweise mal kurz anhalten, weil sich Panzerband an meinem Vorderreifen verklebt hatte. Naja, besser als Plattfahren dachte ich mir….

Nach so 70km ging es dann rechts ab nach Hawi hoch und diese gut 20km habe ich dann genutzt um noch mehr Plätze gut zu machen. Nach dem Wendepunkt in Hawi hatte ich nicht mehr ganz so viele Leute vor mir und konnte die Meute beobachten, die mir entgegen kam und noch Hawi hoch musste. Als wir wieder unten waren fing auch schon der Gegenwind an und dies war dann genau die Stelle, wo ich Zeit gut machen wollte. Die letzten 50km waren dann meist Anschlag und ich dementsprechend ganz allein. Es lief wie Sau und so habe ich die letzten 2km raus genommen und etwas die Beine gelockert.

Nach 4h35min für die 182km war ich in der Wechselzone. Ich denke, dass war schon ne Ansage!

Nach einem, für meine Verhältnisse, nochmaligem schnellen Wechsel ging es dann auf die Marathonstrecke. Die Taktik war genau wie beim Rad zuerst locker und dann zum Schluß nochmal alles geben.

Mein Augenmerk lag beim Laufen auf die Kühlung des Körpers und so habe ich mir jede Meile an den Verpflegungsstellen, Wasser über den Kopf, Schwämme ins Trikot und Eis in die Hose gekippt. Zusätzlich natürlich getrunken und hin und wieder ein Gel. Es war wirklich sehr heiß und das merkte man beim Laufen natürlich deutlicher als beim Radfahren. Obwohl ich immer so lockeres Trainingstempo lief, hatte ich auf meiner Garmin immer so eine 4:45 pro Kilometer stehen, was genau im Soll war. Nach 16km geht es dann eine steile Rampe, die Palani Road, hoch und hier kam dann der „Mann mit dem Hammer“. Erklären kann ich mir das auch nicht so richtig, warum wieso weshalb, aber es war halt so….

So richtig hat der Mann mit aber nicht getroffen, denn irgendwie konnte ich mich wieder fangen und geschätzt ab Kilometer 25 wieder Zeiten um die 5:20 pro Kilometer Laufen.

Da ich ja 2009 schon jedes Dixieklo auf der Srecke von innen gesehen habe, blieb mir in diesem Jahr jeglicher Besuch erspart, was auch eine Premiere darstellt!

So konnte ich dann nach einer Marathonzeit von 3h38min finishen. Eine Gesamtzeit von 9h28min bedeutet den 170 Platz von kanpp 2000 Starter auf dieser Weltmeisterschaft.

Mein Fazit: Die Gesamtzeit war fast so mein Ziel und damit bin ich sehr zufrieden.

Schwimmen war genau mein Leistungsstand und schneller habe ich es einfach nicht drauf.

Radfahren war das Highlight. Insbesondere, da ich im Gegensatz zu den Profis nicht in einer Gruppe unterwegs war!

Laufen war von der Zeit her enttäuschend, jedoch bin ich trotzdem zufrieden, da ich nicht wie in den Vorjahren total eingebrochen , sondern wieder gekommen bin. Weiterhin habe ich für mich nun einen Weg gefunden auch hier schnell Laufen zu können.

Ich möchte mich bei allen Bedanken, die zu diesem kleinen Erfolg beigetragen haben. Nochmal Danke für die vielen Wünsche und Glückwünsche!

Wir sehen uns in Deutschland,

Markus

Kurz notiert!


Hallo zusammen,

vorab nur ein ganz kurzer Bericht, der ausführliche folgt noch.

Vorab ich bin sehr zufrieden!
Schwimmen war mit 1h07 wie vorrausgesagt und genau im Rahmen meiner Möglichkeiten
Rad war ganz große Klasse. 4h 35min und das von ganz hinten aus und nicht wie die Profis schön in der Gruppe.
Laufen war mit 3h38min von der Zeit her schon etwas enttäuschend, andererseits aber o.k., weil ich mich aus einem Loch wieder rauslaufen konnte und nicht total eingebrochen bin.

Endzeit mit 9h28 genau was ich mir vorgenommen hatte.

Danke fürs Daumendrücken und die guten Wünsche!

Bis später,

Markus

 

Der Tag vor dem Tag


Bilder: 1. auf dem Weg zum Check In - 2. und 3. Wechselzone auf dem Pier - 4. Zieleinlauf - 5. Ziel vom Pier aus gesehen - 6. hier ist es dann zu Ende, hoffentlich mit Happy End - 7. Oli im Gedränge beim Check In - 8. Laufbeutel - 9. Radbeutel - 10. da ist schon was los - 11. Zielturm

Aloha zusammen,

das letzte Mal berichten vorm Wettkampf:

Der Tag fing heute an, so wie er gestern aufgehört hat mit Regen. Der Regen war echt heftig und morgens habe ich den auf Hawaii noch nicht erlebt. Natürlich war es trotzdem noch sehr warm und nur eine Frage der Zeit, wann dann wieder die Sonne scheint. Ich bin dann mit Oli um kurz vor 10 los und da brannte der Planet schon ganz schön heftig. Wir sind 30km gefahren und darin integriert 4mal 2min Aufweckintervalle. Anschließend noch 10min gelaufen und das Training für heute, nein für die ganze Jahresperiode, beendet.

Die Wechsel und Verpflegungsbeutel sind gepackt und so werden wir nach einem Stückchen Kuchen, vielleicht auch zwei, die Räder zum Pier bringen um dort einzuchecken.

Heute abend gibt’s noch ein paar Nudeln und dann hoffe ich gut zu schlafen und morgen das Rennen überhaupt hinlegen zu können. Warten wir es ab, morgen sind wir schlauer…..

Startzeit ist morgen 7.00, eine halbe Stunde nach den Profis(MEZ 19.00 Samstag)

Verfolgen kann man das ganze über ironmanlive.com oder im Fernsehen am Sonnatg morgen ab 0.50 bis irgendwann um 4Uhr.

Meine Nummer ist die 1197 und Daumendrücken könnte bestimmt nicht schaden.

Schon mal vielen Dank für die vielen Wünsche und Anfeuerungen, die mich am anderen Ende der Welt erreicht haben und ich werde mich dann melden wie es war.

 

 Vielen Dank und viele Grüße,

 

Markus

Tag 7


Bilder: 1. mein Wettkampfrad - 2. grob gepackte Verpflegungs und Wettkampfbeutel - 3. an jeder Ecke bauen die US TV Sender ihre Studios auf - 4. Mit Mike Hanna vorm Schwimmtraining -


Aloha zusammen,

bei uns ist es gerade erst kurz vor Mittag, aber sportlich gesehen ist für mich heute nichts mehr zu tun und deshalb schreibe ich schon mal.

Der Tag begann mit 20min lockerem Schwimmtraining im aufgewühlten Pazifik. Als ich ins Wasser sprang dachte ich, dass es eher ruhiger geworden wäre, doch das Gegenteil war der Fall. „Auf hoher See“ merkte ich dann wie riesige Wellen mich anhoben und wieder senkten. Da die Wellen so riesig waren, störte es nicht besonders, jedoch ein Blick zum Strand verriet, was passiert wenn du in die Brandung gerätst. Vom Meer sah es so aus als würden, die ersten Häuser weggespült…..

Das Zurückschwimmen war dann auch wieder sehr ungemütlich und manchmal wenn du den Boden siehst, ist es schon ein blödes Gefühl zu sehen, dass so eine Welle dich kurz mal 5 oder 10m nach hinten setzt.

Nach dem Frühstück habe ich dann mein Rad gesäubert und montiert. Das Scott Plasma Premium mit Dura Ace, Zipp 808 Firecrest Clincher Laufräder, Profile Volna Lenker und Rotor Q-Rings soll es richten. Anschließend noch die Wechsel –und Verpflegungsbeutel vorgepackt und nun ist für heute alles getan. Offiziell ist heute Abend noch das Welcome Banquet für alle Athleten, was ich eigentlich immer geschwänzt habe, aber heute wollen wir es mal kosten gehen.

Einige Wochen und Monate, nein eher Jahre, der Vorbereitung auf diesen einen Tag am Samstag neigen sich nun langsam dem Ende. Vorbereitet war ich ja schon mehrfach, aber nicht mit dem für mich erhofften Ergebnis und so hoffe ich, dass diese scheinbar Neverendingstory von einem erfüllten Resultat auf Hawaii sich für mich positiv zum Ende neigt.

Was wäre ein erfüllendes Resultat für mich und da liegt die Betonung klar auf „für mich“. Gesund zu finishen ist natürlich die Grundlage von allem, jedoch will ich schon mehr. Dies in Zeiten und Platzierungen fest zu machen ist in Hawaii sehr schwer und so werde nur ich am Ende des Tages wissen, ob dieser Wettkampf für mich optimal gelaufen ist. Das wünsche ich mir eigentlich auch nur, keine Verletzungen, keine Pannen oder Stürze, keine Strafen und meine Leistung ohne besondere Probleme auf den Asphalt bzw. natürlich auch das Meer mehr bringen zu können.

„Was labbert der Ganser den jetzt für nen Müll???? Wir wollen Zeiten hören und vergleichen, ob er es denn nun auch schaft!“

Klar habe ich auch Zeiten im Kopf nur die variieren in Hawaii doch von Tag zu Tag aufgrund des Wetters sehr stark. Aber was solls eine Endzeit woran ich mich selbst Stand heute orientiere ist eine 9.15-9.30 oder auch als Platzierung ganz entfernt die Top 100 overall.

„Jetzt hat er wohl zuviel Sonne abbekommen“ könnte man sicherlich sagen, denn wer in Hawaii noch nie unter 10:30 war, der setzt sich doch nicht ne Stunde schneller das Ziel, jedoch hatten meine „schlechten“ Ergebnisse in Hawaii immer handfeste Gründe (aber wer hat die nicht…?).

Ich wüsste aber ehrlich keinen einzigen anderen Wettkampf in den letzten paar Jahren, wo ich selbst mal von mir enttäuscht war. Nein, alles war fast perfekt und auch die Zeiten bestärken mich in der Annahme, dass ich diese Vorgaben in Hawaii erfüllen kann. Es muss ein perfekter Tag werden, aber nach vier (wenn ich den letztjährigen Aufenthalt im Krankenhaus mitrechne) Seuchenjahren auf Hawaii muss es doch einfach auch mal hier klappen.

Ich denke ich bin in sehr guter Verfassung und habe bis jetzt nur die üblichen Wehwehchen vor so einem Event. Wenn es nach mir geht kann´s gleich schon losgehen!

Schwimmen: Da habe ich mir über die Zeit am wenigsten Gedanken gemacht. Ich denke mal so eine 1:07 oder 1:08 sollte es werden. Vielleicht ne Minute hoch oder runter. Ich will einfach nur möglichst gesund, schnell und stressarm wieder die Treppen am „Dig me Beach“ raus steigen.

Wechsel: Die Wechselzone ist nicht besonders kurz hier und beide Wechsel zusammen dachte ich so an 8min.

Radfahren: Bitte keine Panne, Sturz oder eine Karte durch einen übereifrigen Schiri! Ansonsten bin ich darauf heiß! Ich will versuchen und das wird mental sehr schwer, das erste Drittel verhalten anzugehen und dann hinten raus richtig Dampf zu machen. Von der Zeit wird es hinten raus immer langsamer, aber hier kannst du die meiste Zeit gutmachen.4h45 min, die ich bis jetzt auch noch nie hier gefahren bin, sollen es schon sein. Wenn ich ganz vermessen bin sehe ich da noch Potential nach unten……..

Laufen: Wahrscheinlich für mich der entscheidende Faktor, der mich immer hier das gute Ergebnis gekostet hat. 3h30min ist das Minimalziel(natürlich bin ich die hier auch noch nie gelaufen und sonst auch eher selten…). Aber auch hier sehe ich deutlich Potential noch nach unten, es muss halt nur mal alles klappen. Ich fühle mich sehr gut beim Laufen und die 3h20min in Klagenfurt haben mir gezeigt, dass es sogar noch schneller geht. Mal schauen, beim Laufen bin ich hier immer gescheitert, aber ich bin richtig heiß aufs Laufen!!!

Das waren die Träume am Samstag kommt die Realität, bis morgen,

Markus

Tag 6


Bilder: 1 das neue Spezialized Swift zum Testen, viel Geld auf einem Haufen - 2 Prototyp des neuen Cervelo P ? für 2012 - 3 Mc Cormacks Siegerrad 2010 - 4 12 Ironmansiege auf Hawaii zusammen: Mark Allen und Dave Scott - 5 es sind wirklich Wellen wie Sau - 6 der Champion Cris Mc Cormack persönlich


Aloha, Radio Pazifik, Station Kailua-Kona ist wieder on Air,

heute morgen gings um 6.00 los zum Pier. 10 min Fußmarsch bei sehr angenehmen Temperaturen und einer gewissen Vorfreude.Sorry,ich vergass, Schwimmen macht keinen Spaß….

30min standen auf meinem selbsterstellten Plan und die wurden es auch obwohl, es sehr unruhig zuging, denn es war sehr, sehr wellig. Daher war das Raus und Reinschwimmen besonders unangenehm. Ich habe mir erklären lassen, dass diese extremen Brecher durch den Mond bedingt sind. Keine Ahnung ob es stimmt, aber hunderte Bodysurfer fanden es geil, ich weniger. Beim Losschwimmen war es noch relativ ruhig am „Dig me Beach“, der wirklich nur ein paar Quadratmeter hat, beim Reinschwimmen musste man schon alle Künste aufwenden um keinen Frontalzusammenstoß zu verursachen. Aber wer schon mal in Stolberg im Glashütter Weiher zum Frühschwimmen geht, der lässt sich durch so was nicht erschrecken. Wusste ich doch, dass dies für irgendwas gut sein muss.

Nach einem leckeren Frühstück bin ich dann mit Oli aufs Rad. Heute war dann so ein Tag, der den Ironman sehr, sehr hart werden lassen würde. Die Sonne brannte extrem und auf dem Rückweg hatten wir mehr Orkan als Wind im Gesicht stehen. Wir waren 2,5h und 75km unterwegs und ich bin zwischendurch wieder 2 mal 10min Medio Intervalle gefahren. Wer mich kennt, weiß dass ich eher wenig auf dem Rad trinke, jedoch sind die Verhältnisse so extrem, dass ich obwohl ich zwei Trinkflaschen dabei hatte, nach 2h schon trocken war.

Danach sind wir zwei dann noch ein bisschen auf die Expo und haben Räder geschaut, Chris Mc Cormack getroffen und dann noch ein Erlebnis der besonderen Art erlebt.

An einem Stand saßen mit Mark Allen und Dave Scott 12 Hawaiisiege an einem Tisch und schrieben Autogramme. Wer weiß wofürs gut ist, dann hol ich mir doch eins. Kurzer Smalltalk mit Mark Allen und dann fragt mich Dave Scott nach Namen und Anzahl der Teilnahmen auf Hawaii, kurzer tiefer Blick in die Augen, „o.k. this year you finish in 9h 1min“. Sagts, schreibts auf ein Poster und gibt es mir.

Ich hätte es zu gern direkt unterschrieben, aber wir einigten uns darauf, wenn seine Prophezeihung zutreffen sollte, dann werden wir an dem Abend zusammen noch viel Bier  trinken müssen.

Danach ging es zur Wettkampfbesprechung, wo es eigentlich nichts Neues gab. Immer noch 3,8km zu Schwimmen, 180km Rad zu fahren und 42,2km zu Laufen!

Nach einem Ceasars Salat mit Hühnchen und einem Cookie mit Eis ist der Tag schon fast wieder vorbei. Um 18.00 geht hier das Licht aus. Bei uns wird es ja langsam dunkel, hier knipst einer im wahrsten Sinne das Licht aus, denn durch die äuquatornähe ist es hier innerhalb von 15min stockdunkel.

Ich würde ja schreiben „Schlaft schön“ aber ich denke bei euch wird es jetzt gleich erst mal hell,

Markus

Tag 5


Bilder von oben links nach r unten rechts.

1 Chris Lieto der potentiell zweitschnellste Radfahrer im Feld....
2 und sein rad
3 Rad der Vorjahresvierten und 2009er Dritten Virginia Beratsetuegi
4 und noch ein besonders schönes Mädelrad
5 da fehlt doch was.....

6 / 7 im Moment ist es recht wellig!
8 schönes Rad hat der Luke Mc Kenzie da
9 Teil der Expo
10 / 11  mindestens 100000 Euro mit einem 20 Euro Kabelschloß gesichert....

Die restlichen Bilder sind nicht vom Karneval sondern von der Nationenparade.

Aloha zusammen,

und wieder ist es ein Tag weniger bis zum Start des Ironman Hawaii am Samstag. Der Tag beginn wie die letzten Tage mit dem Aufstehen um 4.30 und was merke ich zum ersten mal wieder seit langer Zeit, mein Rücken…. Na ja, irgendwie bin ich trotzdem noch sehr ruhig, vielleicht auch weil es viel zu ruhig bei mir ist? Ich skype mehrmals am Tag mit Frau und Kindern oder auch mit meinem Bruder im Laden und bin immer wieder erstaunt, dass es wohl nichts Neues, nichts zu Regeln, keine Probleme und rein gar nichts gibt. Scheinbar läufts auch ohne mich? Ich bin wirklich froh darüber eine so tolle Familie und Mitarbeiter zu haben, die mir den Rücken so frei hält und deshalb bin ich wohl so entspannt wie selten. Hinzu kommt vor Ort, dass ich mich eigentlich ganz auf den Wettkampf konzentriere und das komplette Touriprogramm gestrichen habe. Eigentlich verrückt, da bist du schon mal auf Hawaii und „machst nur den ganzen Tag Ironman“. Für mich persönlich ist dieses Jahr halt sehr wichtig da die Enttäuschung der letzten Jahre in Bezug auf den Wettkampf in Hawaii, in meinem Krankenhausaufenthalt während der letztjährigen Ausgabe gipfelte. Ich hoffe doch sehr auf ein Happy End……

Klar ist es schon nicht schlecht sich überhaupt fünfmal hinter einander für Hawaii zu qualifizieren und auch meine bisherige Saison 2011 läuft nahezu perfekt, jedoch gibt es halt noch einen Punkt der mir in den Jahren seit 2007 fehlt. Eigentlich wollen ja alle hier nur finishen…..wers glaubt……, der ein oder andere sicherlich ja, jedoch möchte ich am Samstag abend schon das Gefühl haben, dass ich einen tollen Wettkampf abgeliefert habe und auch mein ganzes Potential abrufen konnte. Definieren werde ich das aber auch noch später, wenn ich mal auf die detailierte Wettkampfplanung eingehe.

In Kailua Kona ist echt schon die Hölle los, nicht nur dass schon von morgens bis abends überall Radfahrer und Läufer sind. Nein auch das Drumherum ist pompös und echt super cool. Überall nur Sportler, die Topstars der Szene, Kamerateams, alle Geschäfte komplett auf Ironman umgestellt, überall Flaggen, in jedem Vorgarten ein Ausstellungsstand irgendeiner Sportfirma, öffentliche kostenlose Verpflegungsstände an der Strecke, beim Schwimmen schmeißen sie dir Brillen und Mützen nach, in der City T-Shirts………und, und , und einfach nur ein wahnsinniger Hype.

Soeben hat die Expo eröffnet, wo man einen Monat nach der Eurobike schon wieder das Neuste bzw. noch Neueres sieht und meist sogar kostenlos testen kann. Ich werde gleich auch mal hin und euch ein paar Fotos der neuesten geheimsten Geheimwaffen schicken.

Zu den Geheimaffen ist natürlich noch zu sagen, dass viele Räder, auch oder insbesondere der Topstars, wie ein Experiment der Knoff Hoff Show aussehen. Ich bin da doch eher so der straightere Typ und bevorzuge ein Rad, was sicherlich richtig gut sein muss, aber auch irgendwo geradlinig und ohne viel Schnick Schnack, Kabelbinder, Klebeband auskommt und vor allen Dingen sauber ist.

Ach ja, trainiert habe ich natürlich auch noch. Ich bin mit Oli zusammen um kurz nach 6 Uhr los gelaufen und 30min zügig gelaufen. Vom Tempo war es zügig, aber bei mir lief es echt locker. Die Temperatur war zu dem Zeitpunkt noch sehr angenehm und noch nicht so heiß und schwül wie im Moment wieder. Danach gefrühstückt und ab mit dem Rad auf den Highway. Eine Stunde hin und eine Stunde zurück. Locker gerollt mit 2 mal 10min Medio und dementsprechend nach 62km im Hotel.

Anschließend habe ich meine Wettkampfunterlagen geholt und ihr könnt euch schon mal die Nummer 1197 zum Daumendrücken vormerken.

 

 

Bis morgen,

 

 

Markus

Tag 4


Morgens um 6.30 am Pier ist schon die Hölle los.

Bild 1 ist natürlich von gestern abend, Sonnenuntergang am Royal Kona Resort

Aloha aus Kailua-Kona,

heute morgen war um 4.00 für mich die Nacht beendet. Nicht weil ich aufstehen musste, sondern weil ich nicht mehr schlafen konnte. Jetlag, ist aber wohl, so denke ich, noch normal. Da ich aber auch schon um 21.00 todmüde im Bett lag, passt das doch. 12h Zeitunterschied am genau anderen Ende der Welt sind doch kein Pappenstiel. Think positiv, am Wettkampfmorgen muss ich ja auch spätestens um 4.00 aufstehen.

In den Nacht sind Oli, Michael, Chantal und Bernd aus Eupen angekommen und so marschierten wir als lustige Gruppe zum Schwimmtraining am frühen Morgen. Früher Morgen? So sollte man denken, jedoch ist dann am Pier schon richtig was los und ob Raelert oder Lieschen Müller alle springen in denselben großen Pool. Der große Pool war heute recht wellig und neben den vielen Nemofischen leisteten uns auch ein paar Delphine Gesellschaft. Ich bin ne knappe halbe Stunde geschwommen und das wars dann für heute. Ja heute ist wie fast immer Ruhetag, denn es ist Montag!

Ruhetag? Eigentlich kenne ich en gar nicht so richtig. Bei mir ist es immer ein trainingsfreier oder „wenig“ Trainingstag, weil ich natürlicherweise ja den ganzen Tag dann arbeite. Mit anderen Worten die richtige Ruhe hat man nicht. Aber das geht nun mal auch nicht anders….

So war die komplette Ruhe mal ganz nett. Zuerst dachte ich mir, machst du was alle Urlauber machen und legst dich an den Pool. Sonne, Panoramablick am Pazifik, ne Liege und ein Buch. Nach genau 30min war der Kampf verloren und ich musste mich dem Pool geschlagen geben, mir war es einfach zu langweilig. So habe ich dann noch einen Massageplatz erstritten und wollte es mir gutgehen lassen, leider war der Physio eher von der radikaleren Sorte und so war fast ne Stunde Schmerz angesagt. Der Kollege meinte aber es wäre wunderbar für Sonntag. Dann vertrauen wir ihm mal, denn er erweckte schon den Eindruck richtig Ahnung zu haben.

Den restlichen Tag haben wir dann noch abgehangen und eigentlich gar nichts gemacht. Fazit: Ein nahezu perfekter Ruhetag!

 

 

Bis morgen,

 

 

Markus

 

Tag 3


Ein Aloha aus Hawaii,

Jenny setzt ja immer fleißig meine Bilder ins Netz, die natürlich von einem photomäßigen Dilletanten,wie ich einer bin, gemacht wurden. Sorry. Ein professionelles Bild hat nun Pete von mir entdeckt. Nur die Überschrift gefällt mir natürlich nicht…..:

www.tri-mag.de/index.php

Gestern nach dem Training habe ich dann Wunden geleckt und war shoppen. Das kommt bei mir so alle 2 Jahre einmal vor und da fing es doch tatsächlich an zu regnen. Ich glaube das zweite mal nun in den vier Jahren auf Hawaii. Aber ehrlich, unangenehm war das nun wirklich nicht. So ne kleine Schauer beim Marathon wär doch gar nicht schlecht,oder? Fotos sollte auch anbei kommen.

Heute morgen bin ich dann mit der Hannes Gruppe mit Bussen und LKws nach Hawi gefahren, wo der Wendepunkt der Radstrecke ist. So konnte man die ganze Radstrecke mal kennenlernen, ohne direkt 180km fahren zu müssen.Nun gut, ich kannte sie zwar schon, aber so bleibt es zumindest kurzweilig. Nach 100km und 3h war ich wieder im Hotel und habe es mir nicht nehmen lassen, nach der Schmach von gestern, nochmal 15min zu Laufen. Dabei musste ich mir fürs gute Gefühl nochmal richtig die Kante geben! So, das gute Gefühl ist wieder da…..

Der Highway ist echt ätzend, einmal zu fahren ist ja noch ganz o.k., aber wenn du öfter drauf fahren musst? Es war wirklich sehr heiß, die Sonne knallte und ständig hattest du einen Fön auf Stufe drei im Gesicht. Du kannst kilometerweit oder amerikanisch meilenweit gucken und immer nur geradeaus. Das kann, wenn es mal nicht gut laufen sollte, ganz schön an den Nerven ziehen.

Ich war heute relativ zügig, aber noch ruhig, mit einem 32er Schnitt unterwegs und habe mich nur ganz auf mich konzentriert und bin alleine meinen Tritt gefahren. Kurioserweise habe ich kaum welche überholt, sondern die meisten haben mich überholt? Entweder haben die Jungs hier alle richtig Druck oder die wussten nicht, dass der Wettkampf erst Samstag ist? Wir werden es noch erfahren, am Raceday!

Bis die Tage,

Markus

Tag 2


Hallo zusammen.

so, es ist zwar erst 13.00 Ortszeit, aber ich schreib heute mal was eher:

Das Training ist für heute beendet und ich habe mein persönliches kleines Waterloo beim Laufen soeben gehabt. Aber da ich immer positiv denke(stimmts Pete?) war es wohl der Schuß vor den Bug zu rechten Zeit.Anfängerfehler....

Aber fangen wir von vorne an. Gestern  abend  war ich echt müde und daher schon um 8 Uhr im Bett, dass ich bis 4 Uhr morgens geschlafen habe, verbuche ich mal als kleinen „Erfolg“. So ging ich dann um 6.30 Richtung Pier, natürlich T-Shirt und kurze Hose und eher zu warm als zu kalt. Am Pier war schon relativ viel los, da sich wirklich scheinbar jeder Starter morgens hier zum Schwimmtraining trifft. Also Schwimmhose an und rein ins Wasser. Zu Hause, ob nun in der Halle oder am See, erschrickt man sich ja so ein wenig wenn man reingeht bzw. reinspringt, weil es ja immer kalt ist. Hier nicht, der erste Wasserkontakt ist immer schon warm und so kannst du reinspringen ohne dir die ersten 100m den Arsch abzufrieren. Das Wasser ist wunderbar weich(wie soll ich das nur erklären…..) und vor allen Dingen klar, so dass du dir vorkommst wie als wenn im Kölner Zoo im Aquarium schwimmst, bei den vielen bunten Fischen. Nach gut 35min war ich wieder aus dem Wasser und dann schnell ab ins Lava Java, denn um die Zeit wird es da dann schon richtig voll, bei der Schlacht um Muffins, Eggs und Bacon. Na ja mir reichetn die zwei Vollkornmuffins mit Marmelade und so ging ich zum Hotel, um noch ne Stunde abzuhängen.
Danach bin ich aufs Rad und heute zum ersten Mal auf den Highway, die Rennstrecke, geradelt. Es war heiß und windig und ich wollte heute nur ne kleine Runde drehen. Also war ich nach 42km und darin 5km Medio wieder am Hotel. Nun folgte die geplante Laufeinheit und ich muss ehrlich sagen, dass ich davor echt Respekt hatte. Aber scheinbar nicht genug, wie sich noch herausstellen sollte……
Ich bin also um Punkt 12.00 los gelaufen und hatte den Garmin zur Kontrolle an. Ich war locker unterwegs und hatte immer so Zeiten um die 4:25 pro Kilometer. Ich lief die ersten Kilometer der Ironmanstrecke lang, den Ali Drive und es war wirklich sauwarm. Ich schwitze extrem und obwohl ich ein weißes Hemd und Kappe an hatte, war ich wohl nach kurzer Zeit dehydriert. Ich hatte nichts zu trinken mit und wollte mir auf dem Rückweg irgendwo für ein paar Dollar was zu trinken holen. Ich dachte, dass wäre Vorsorge genug, aber war es nicht denn nach so 40min kam der Mann mit dem Hammer. Innerhalb von ein paar Minuten wurde ich viel langsamer und zu guter Letzt wurde mir schlecht und schwindelig, so dass ich gegangen bin. Ich krieg das Kotzen, dachte ich mir! Jetzt im Nachhinein ist klar, dass ich einfach dehydriert war, denn nach einem halben Liter kaltem Gatorade lief es nach 5min Laufen fast wie vorher.
Als ich am Hotel ankam hatte ich bei der Hitze Gänsehaut!Also ab unter die kalte Dusche und alles getrunken was da war. Nach ner Stunde Nachschwitzen geht es mir nun schon wieder besser. Ich denke, dies hat mir nochmal deutlich gemacht, wie speziell hier die Situation ist und man wirklich jedes Detail planen sollte. Wer nimmt zu Hause schon für ne Stunde was zu Trinken mit?
So zu Mittag gab es Eiweißshake, Vollkornmüsli und Joghurt, so dass ich nachher bei Kräften wieder einen netten Bummel durch die Stadt machen kann.
Fotos sende ich übrigens immer meiner besseren(das ist wirklich so!) Hälfte, die diese dann immer auf die radsportganser.de Seite unter Hawaii 2011 setzt. Danke!
Bis morgen,

Markus

Tag 1


 

Aloha aus Kailua Kona,

der erste Tag auf Big Isalnd ist vorrüber und ich werde wie versprochen möglichst oft berichten. Ich hoffe mit den Bildern klappt auch alles, denn das ist gar nicht so einfach......wenn ich Jenny nicht hätte.....

Zuerst ging es pünktlich von Frankfurt nach San Franzisco und überraschenderweise war es zwar nicht kurzweilig aber die Zeit ging doch relativ schnell vorbei.Dann war Hektik pur, da wir in 1,5h Emmigration, Koffer abholen, wieder einchecken und noch ne Ecke gehen mussten bis es dann in den Flieger nach Kona ging. Da saßen wir dann 1,5h auf dem Rollfeld, weil die Kameraden noch mal alle Koffer kompolett zerlegt haben!!!! Ich ahnte schon Schlimmes, aber es sollte sich nicht bewahrheiten, weil von mir alles heil in Kona ankam. Das war aber nicht bei jedem so....

Der Flug war so 5,5h lang und einzig der Film Kung Fu Panda 2 auf Englisch konnte mich ein bisschen bei Laune halten. Ich habe so ne halbe Stunde geschlafen(Jenny würde jetzt sagen mindestens 2h....), obwohl ich das gar nicht vor hatte, da ich dann im Hotel richtig gut pennen wollte. Das klappte aber nicht, denn da war ich hellwach.Was ne Sche...., ich hasse es wenn ich nicht einschlafen kann!Also war nach 3h Schlaf um 5 Uhr die Nacht zu Ende.

Ich habe dann mein Rad montiert und man höre und staune meine Klamotten sorgfältig ausgepackt.

Um 7Uhr bin ich dann ins Lava Java und habe den Tag mit zwei Riesen Muffins(fürs Gewissen natürlich Vollkorn!) und einer kalten Milch begrüßt. Geil! Nicht dass ihr meint, jetzt isst er wieder nur Müll und hat es nachher wieder am Magen. Nein, zu Mittag gab es einen Ceasars Salat mit gegrillter Hähnchenbrust und als Nachtisch einen Brownie und gerade eben zu Abend einen Eiweißshake und zwei Proteinriegel.

Heute und ich denke auch in den nächsten Tagen, habe ich es ruhig angehen lassen und bin mit den Leuten von Hannes Hawaii Tours zur Kealakekua Bucht gefahren und von dort aus sind wir über eine riesige Bucht zu einer Halbinsel geschwommen, wo das Captain Cook Denkmal steht. 1,5km hin und 1,5km zurück. Das Wasser war sehr warm und glasklar, die Sonne schien, was will man mehr! Wenn man an Hawaii denkt, denkt man vielfach an die Lavawüste, jedoch hatten wir heute genau das Gegenteil. Wir sind über die Kona Coffee Route immer total verwinkelt, immer bergauf und bergab und immer Vegetation wie im Dschungel gefahren. Bis zum Hotel hatte ich 3h und 77km, also wirklich easy.

Man muss aber auch sagen, dass man die Umstellung von Zeit und Klima auch extrem an der Leistung ablesen kann. Aber es sind ja auch noch ein paar Tage bis zum Wettkampf.

Ich kann mich wahrscheinlich nur wiederholen,aber es ist schon richtig geil hier! Früher verstand ich nicht warum alle Triathlethen nach Hawaii wollten, heute schon.

Verändert hat sich eigentlich gar nichts, zu den Vorjahren und so fühle ich mich auch direkt wohl. Der einzige Wehrnutstropfen ist, dass ich alleine hier bin und ich meine Familie nur zweimal am Tag via Skype sehe. Auch einen Gruß an meine beiden Freunde Arndt und Pete, irgendwann sind wir mal zu dritt hier, ganz bestimmt! Dann gehts aber richtig ab....

Bis morgen,

Markus

P.S.:Ja Wetter ist natürlich so ca. 30 Grad und schwül....