Hawaii 2026/3
IRONMAN Hawaii – und wie ich mich mal wieder selbst überschätzt habe (von Jenny)

So, wie ihr vielleicht dem Post von Markus schon entnommen habt: Wir sind angekommen, die Fahrräder auch und die Insel will sich mit mir gut stellen. Mein Koffer, mein Rad und das Rad von Markus wurden direkt mitgenommen. Vier Koffer fehlten. Es waren einfach zu viele Rääder im Flieger, aber sie hatten die Prioritäten erkannt. Ich glaube, es gab niemanden, der sein Rad nicht bekommen hat. Es war vielleicht ein Vorteil, dass ich von allen den kleinsten Koffer hatte. Der passte wohl gerade noch rein.
Ansonsten sind wir am Ankunftstag mehr oder weniger nur noch ins Bett gefallen. Mit der Unterkunft hat auch alles geklappt.
Mein Organisationstalent ist unschlagbar. Ich mache es nicht gerne, generell könnte man sagen, ich hasse es regelrecht. Ich bin immer total angespannt, dass auch ja alles klappt. Aber was soll ich sagen - meistens klappt es dann auch irgendwie.
Dass die Koffer nicht dabei waren, ist natürlich ein Minuspunkt, liegt dann aber doch außerhalb meiner Macht.
Wir haben ein paar Stunden geschlafen und waren, wie erwartet, früh wach. Markus hat netterweise nicht nur seine Maschine zusammengebaut, sondern auch noch mein Rädchen.
So beginnen nun die Vorbereitungen auf den großen Tag. Die restlichen Koffer waren dann auch da und wurden am Flughafen abgeholt.
Dann noch der Großeinkauf. Dieser hat sich etwas gezogen. Mit fünf Leuten sind wir ziellos durch den Walmart gelaufen. Irgendeiner war immer weg und die Anordnung der Waren ist uns bis zum Schluss ein kleines Rätsel geblieben.
Werden sich wohl was dabei gedacht haben, dass das Klopapier fünf Gänge neben dem feuchten Toilettenpapier gelagert wird? Und wer um Himmels willen braucht gefühlt 1.798 verschiedene Sorten?
Dann gibt es hier keinen vernünftigen Aufschnitt oder Käse. Vom Brot wollen wir erst gar nicht reden. Aber irgendwann war auch das erledigt.
Ganz schlimm finde ich, dass man hier auf einem Doppelbett immer nur eine Bettdecke hat. Ich brauche so was von meine eigene, das geht gar nicht. Vor allem, weil ich jeden Morgen aufwache und Markus sich komplett in das Ding eingewickelt hat.
Wir sind definitiv in den USA angekommen.
Den Rest habt ihr ja schon von Markus berichtet bekommen.
Der dritte Tag begann wieder früh, was kein Problem war, da wir alle spätestens um 4 Uhr wach waren. Zeitumstellung ist doch was Schönes. Ich freue mich jetzt schon, wenn wir das gleiche dann wieder haben, wenn wir zu Hause ankommen.
Markus und unsere Große wollten beim Kona Town Fun Run mitmachen. Also sind alle um 5:50 Uhr Ortszeit los. Markus, Anna, Leni und Inga im Auto, ich mit dem Rad.
Ich muss sagen, die Fahrt war schön. Es war noch dunkel, die Temperaturen angenehm und der Wind noch eher eine leichte Brise. Ich war gut unterwegs und habe sogar noch den Start mitbekommen.
Markus wollte es locker angehen und Anna ist es flott angegangen. Markus hat gesagt, es sei das erste Mal gewesen, dass er eine Startnummer anhatte und nicht Vollgas gelaufen ist. So kennen wir ihn. Beide sind gut ins Ziel gekommen.
Da Markus noch mit dem Rad zurückfahren wollte, war ich übermütig und habe gedacht: Dann fahre ich halt mit Markus auch noch zurück. Sind ja nur 40 Kilometer und Lord Helmchen wollte locker fahren.
Nach 25 Kilometern war ich am Ende.
Aus die Maus. Schluss mit lustig.
Gefühlt gab es hinter Markus kaum Windschatten. Selbst wenn es etwas runterging, musste ich treten wie eine Blöde. Der Wind hatte extrem zugenommen und das war wirklich mein Verderben. Vielleicht kommt dann die Hitze und der fehlende Schlaf noch oben drauf.
Ich habe ihm angeboten, dass ich einfach ganz in Ruhe alleine zurückfahre. Aber er wollte mich an unserem Hochzeitstag leider nicht alleine lassen.
Da er nun einen Klotz am Hinterrad hatte, überholte uns dann auch noch einer, den wir vorher überholt hatten. War mir schon etwas peinlich und ich meine, dass ich ihn denken hören konnte. Am liebsten wäre er hinterher.
Zurück in der Wohnung hätte ich mich gerne einfach nur noch hingelegt. Doch ihr kennt das: Duschen, Klamotten waschen, Fahrrad wieder parat machen.
Und dann ging es direkt weiter im Programm: Auf nach Hawi.
Ich habe versucht, die Autofahrt im klimatisierten Hobel zur Regeneration zu nutzen. Und ich hätte gerne mal was zu essen und ein extrem kühles Getränk.
Der Ganser war leider immer noch fit wie ein Turnschuh.
Also noch einmal zur Bucht am Pololū Valley Lookout. Sind ja auch nur 50 Minuten Wanderung – runter und hoch. Extrem.
Unten: wunderschön.
Wieder oben war ich zum zweiten Mal an diesem Tag fix und alle. Ehrlich ich war durchgeschwitzt und meine Beine Waren Pudding.
Jetzt gab es nur noch zwei Dinge: dringend was futtern und mich keinen Meter mehr bewegen.
Obwohl … die Wäsche läuft noch und ich muss noch mal duschen.
Sobald man hier aus dem Haus geht, kocht man praktisch.
Der Ganser plant unterdessen schon mal die Aktivitäten für morgen: Schwimmen mit Leni beim Ho'ala Swim, Turtle Beach und drei Stunden Radfahren.
Kein Problem.
Aber ich bin zumindest für heute raus.
Allen einen schönen, entspannten Sonntag!







