Hawaii 2026/5

jenniferganser • 28. Oktober 2026

Hawaii 2026 – Voll verkackt! (Von Jenny)

Aloha – heute hatte der Ganser Ruhetag. Also hat er Stabi gemacht und war spazieren, so hat man mir berichtet. Was er sonst noch so gemacht hat, kann ich gar nicht so genau sagen, denn ich hatte eine Mission.

Ich dachte: Fährst du mal mit dem Rad auf den Mauna Kea. Super Idee, solange man sich das in seiner Vorstellung so ausmalt. Also musste ich früh los. Obwohl es nur 86 Kilometer bis oben sind, sind eher die Höhenmeter das Problem. Der gute Mauna Kea hat immerhin 4.200 Höhenmeter. Also 86 Kilometer nur hoch.

Gesagt, getan. Damit das „Sea to Summit“ auch zählt, wurde um 5:50 Uhr Ortszeit das Vorderrad (mit Unterstützung von Anna und Leni) ins Meer getaucht und schon ging es los – noch mit dem Gedanken: Du schaffst das. Ganz nach unserer guten „Angie“.

Leider stellte ich schnell fest: Das wird nicht ganz einfach. Kaum war ich losgefahren, merkte ich, dass der Wind es ganz schön auf mich abgesehen hatte. Volle Lotte Gegenwind.

Kurz überlegte ich, das ganze Vorhaben zu verschieben. Das Problem dabei war: Wir sind generell aus einem anderen Grund hier. Der da heißt: IRONMAN. Das schränkt meine Möglichkeiten, Inga als Fahrerin, Anna als Fotografin und das Auto einen ganzen Tag in Beschlag zu nehmen, doch ein wenig ein.

Also versuchte ich, es trotz der Tatsache, dass es direkt bergauf und mit Gegenwind ging, locker anzugehen. Es war schon super anstrengend, aber es lief ganz okay.

Bis zur Maunakea Visitor Information Station lief es gut. Die Station liegt auf 2.800 Metern. Also ungefähr auf der Höhe des Col de la Bonette in Frankreich, den ich mal gefahren bin. Das ist der höchste Punkt, den ich bisher mit dem Rad erklommen hatte.

Aber ab der Station lief dann alles anders als gedacht.

Der Leihwagen hatte, obwohl bei der Vermietung bestellt und bezahlt, keinen Allradantrieb und durfte nicht hoch. Da musste ich erst einmal etwas länger überlegen. Den Ärger herunterschlucken und neu planen.

Wenn das Auto nicht mitkommt, musste ich überlegen, ob ich es alleine mache oder das Ganze aufgebe. Aber jetzt war ich schon bis hier gekommen.

Wir haben auch Markus telefonisch zu Rate gezogen, aber mein Gehirn war gerade so matsche, dass ich nicht mehr weiß, was er gesagt hatte. Aber ich wollte es zumindest probieren.

Das nächste Problem, das ich aber auch nicht anders hätte lösen können, war der Gravel-Sektor.

Ich wusste vorher: Ein Rennrad ist da nicht die erste Wahl. Vor allem, weil ich auf Schotter ein echtes Talent bin. Doch ich hatte keine Alternative.

Also ab die Post. Oder ab die Schnecke trifft es besser.

Vom Highway bis zur Station gab es schon keine Abschnitte unter 10 Prozent, eher 15–20 Prozent, wenn ich meinem Garmin trauen kann. Und auf den letzten Kilometern sollte es nicht besser werden.

Zum Glück hatte ich mir noch meine Turnschuhe – die übrigens jetzt in der Waschmaschine sind – in einem Turnbeutel auf den Rücken geschnallt. Die brauchte ich dann auch schon bald.

Der Schotter war wirklich sch… Damit sind mein Cervélo und ich überhaupt nicht klargekommen. Vor allem, wenn es über 15 Prozent Steigung ging.

Irgendwann – ich brauche jetzt, glaube ich, neue Schuhplatten – habe ich die Radschuhe gegen die Laufschuhe getauscht.

Wie hat Leni heute Abend so treffend bemerkt:

„Wer sein Fahrrad liebt, …“

Die ganze Zeit hatte ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wie ich hier mit dem Rennrad wieder herunterkommen sollte. Aber mir wurde schon von wirklich sehr netten Leuten angeboten, mich wieder mit runterzunehmen.

Da war außer mir noch einer auf dem Weg nach oben. Mit Gravel, sinnigerweise.

Das Angebot hätte ich gerne angenommen.

Doch kurz vor dem Gipfel war ich stehend KO.

Und wenn ich vor zwei Tagen noch dachte, es geht nichts mehr, hätte ich mein „Vor-zwei-Tagen-Ich“ heute gerne mal ausgelacht.

Als die Steigung mal wieder lustige 18 Prozent erreichte, konnte ich noch nicht einmal mehr schieben. Mir war schwindlig, ich habe gepustet wie eine alte Oma beim Marathon.

Bitte an alle Omas: nicht falsch verstehen. Mir fiel gerade kein passenderer Vergleich ein.

Jeder Schritt war eine Qual. Mir war schlecht und das ist alles zusammen wohl kein besonders gutes Zeichen.

Zudem wollte ich eigentlich auch nicht auf den Berg wandern. Den Schotterteil hatte ich hinter mir, doch es ging einfach nichts mehr. Ich konnte noch nicht einmal mehr fahren, wenn es nur 10 oder 11 Prozent Steigung hatte.

Dann bekam ich beim Aufsteigen zweimal Krämpfe in der linken Wade, sodass ich gar nicht mehr auf das Rad gekommen bin.

Also drehte ich ungefähr zwei Kilometer – oder vielleicht auch nur eineinhalb – vor dem Gipfel um. Es wären noch knapp 300 Höhenmeter gewesen. So in etwa.

Ich war nicht mehr so ganz Herrin meiner Sinne.

Man sollte denken: Die 300 Meter! Doch es ging einfach nicht mehr. Und bei dem Tempo hätte das locker noch eine Stunde gedauert.

Wenn man nun denkt: Schön runterrollen. Nope.

Markus muss morgen mal meine Bremsbeläge kontrollieren.

Runter war auch kacke. Vor allem, als der Schotter anfing. Ich hätte mich zweimal fast überschlagen, weil mein Rad auf dem Untergrund kaum zu kontrollieren war.

Von mir zumindest nicht. Ein „Van Aert“ hätte damit bestimmt keine Probleme. Der wäre mit Sicherheit auch oben angekommen.

Eine Familie hat wohl den Ernst der Lage erkannt und mich gefragt, ob sie helfen können.

Ich hätte am liebsten geheult.

Also Laufräder ausgebaut, das Rad in den großen Kofferraum gepackt und los.

Und wenn ich mich bei denen nicht hunderttausend Mal bedankt habe, dann weiß ich auch nicht.

An der Station haben Inga und Anna nun einige Stunden ihrer kostbaren Zeit verbracht. Auch an die beiden ein ganz großes Dankeschön.

Ich habe so ein schlechtes Gewissen, weil ich es nicht gepackt habe und die beiden dafür den ganzen Tag geopfert haben.

Dann wollen wir mal festhalten:

Ich heiße zwar Ganser, aber damit wird aus mir nicht automatisch ein Gansernator.

Dann hoffe ich, dass er das am Samstag besser hinbekommt.

Ich konnte unter der Dusche kaum stehen, Leni musste mir die Haare föhnen und Markus das Essen machen.

Also bestellen.

Aber kein Problem: Das Programm für morgen steht.

Für mich kein Radfahren.

Der Ganser hat aber verschiedene Pläne. Dem war es heute ja auch etwas zu ruhig.

Mauna Kea – oder: Voll verkackt!!

Die Idee klang eigentlich ziemlich gut: Sea to Summit. 86 Kilometer. 4.200 Höhenmeter. Was soll schon schiefgehen?

Tja … einiges.

Um 5:50 Uhr wurde das Vorderrad ins Meer getaucht und los ging’s. Direkt bergauf. Direkt Gegenwind. Aber bis zur Visitor Station auf 2.800 Metern lief es noch ganz okay.

Dann: kein Allrad für den Leihwagen, Schotter, 15–20 % Steigung und irgendwann waren mein Cervélo und ich einfach überfordert.

Kurz vor dem Gipfel war dann endgültig Schluss. Schwindlig, schlecht, Krämpfe und keine Kraft mehr. Noch knapp 300 Höhenmeter – aber die waren heute einfach nicht drin.

Also umgedreht.

Und runter? Sagen wir mal so: Mein Cervélo und ich haben den Schotter auch bergab nicht lieben gelernt.

Danke an Inga und Anna, die dadurch einen ziemlich langen Tag hatten, und ganz besonders an die Familie, die mich und mein Fahrrad vom Berg gerettet hat.

Fazit: Ich heiße zwar Ganser, aber ein Gansernator bin ich deshalb noch lange nicht.

Und morgen? Kein Radfahren. Ganz sicher.



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Samstag 07.10.2023 - Abreisetag Also eigentlich sollte die Überschrift lauten im „Sturmschatten“, denn heute war es nich wie letzte Woche noch vorausgesagt, sonnig und windstill. Aber dazu gleich. Erst einmal die gute Nachricht, wir sind wieder zu Hause. Also zumindest eine gute Nachricht für mich, denn ich hatte schon etwas Bammel vor der Rückfahrt. Nicht nur wegen der Länge, sondern auch, weil die meisten Höhenmeter ganz am Schluss kommen. Natürlich muss ich fast immer ein paar Hügel rauf, wenn ich nach Hause möchte aber im Normalfall habe ich dann nicht schon über 200 Kilometer auf dem Tacho. Also bin ich erst einmal froh, dass ich zurück bin. Nicht auf dem Plan hatten wir den Wind. Bis Kilometer 150 war alles gut. Die Strecke ein wenig anders als auf der Hinfahrt. Aber soweit alles gut. Dann wurde es etwas unangenehm, es war nicht windig, sondern stürmisch. Und auch wenn ich praktisch wie eine Klette an dem Hinterrad meines Gatten hing, hat meine Wenigkeit den „Sturmwind“ auch zu spüren bekommen. Dementsprechend haben mir dann die letzten 30 Kilometer schon gut zugesetzt. Angekommen ging mal fünf Minuten nichts mehr. Vielleicht waren es auch zehn. Oder fünfzehn. Gut neun Stunden im Sattel, da hat man übrigens viel Zeit zum Nachdenken/Beobachten und ich muss sagen, da ich 99,9 Prozent hinter dem Ganser gefahren bin, kenn ich seine Kehrseite jetzt in und auswendig - jetzt kommt bitte nicht auf komische Gedanken!!! Die Restlichen 0,1 Prozent waren „Pipipausen“, da rollt die Ganser dann mal locker vor. Ist immer eine gute Gelegenheit zum Verschnaufen. Wenn ich mal eine machen muss, bleibt der Herr stehen und macht dumme Sprüche. Ich habe auf dem Weg öfters gedacht, warum einige Männer manchmal so bescheuert sind. Ich betone „einige“. Er braucht ja nicht unbedingt weiter fahren, würde ihn ja nie mehr einholen. Aber ein Minimum an Privatsphäre, wäre auch in einer Ehe nicht verkehrt. Markus und ich hatten zwischenzeitlich auch öfter Verständigungsprobleme. Er hört auf zu treten, der Freilauf macht Krach wie Sau und bei mir kommt an: „… da… gesehen? …“ Ich brülle über das nervige Geräusch der Laufräder im Leerlauf zurück. „Ich kann dich nicht verstehen, dein Freilauf ist zu laut und dann der Wind.“ (irgendwie ist es immer windig mit Markus, und wenn es nur der Fahrtwind ist). Fünf Minuten später. Markus hört auf zu treten, das Hinterrad knattert wie ein Maschinengewehr, er sagt irgendwas und fuchtelt mit der Hand in irgendeine Richtung. Ich habe kein Wort verstanden. Darauf brülle ich, um das Knattern zu übertönen: „Ich kann dich nicht verstehen.“ Das geht noch einige Male so, bis ich mich geschlagen gebe und einfach nichts mehr sage, hat ja eh kein Zweck. Also dieser Freilauf macht mich irre. Selbst Markus geht das langsam auf den Wecker, wir haben schon in Erwägung gezogen, die wegen Lärmbelästigung zu Verklagen. Ein Vorteil hat das knattern aber dann doch, mit der Lautstärke kann keine Klingel mithalten und Markus muss nur mal kurz aufhören zu treten und jeder im näheren Umfeld kann uns hören. Als wir dann langsam wieder in heimischen Gefilden ankommen, schalte ich endgültig das Navi ab, das ständig piept, weil ich nicht mehr auf der Strecke bin, wenden soll oder weil es mich einfach nerven will, wer weiß das schon so genau. Markus fährt sowieso, wie er will. Oft frage ich mich auch, warum er einfach jeden Weg im Umkreis von hundert Kilometern kennt. Der Mann verbringt eindeutig zu viel Zeit auf dem Rad aber er weiß nicht, wo in der Küche eine Schere liegt. Er sollte demnächst mal mehr Zeit im Haushalt verbringen. Kann auch direkt damit anfangen. Ich stehe heute nicht mehr vom Sofa auf. Auf meine Frage, ob er wenigstens auch ein bisschen platt ist, kam nur „Mir tut der A… weh.“ Und da es ihm noch gut geht, bis auf die „Po-Probleme“ kann er mich ein bisschen bedienen - Sitzprobleme hatte ich übrigens nicht, der soll noch mal über meinen Sattel herziehen, weil der nicht so toll ist. Ich hab da mal ein Foto seiner Trikottaschen gemacht. Ihr wisst, ein Bild sagt mehr als…. Aber auf keinen Fall eine größere Satteltasche benutzen. Das war es soweit. Jetzt sind wir mal gespannt, wann unser Karton (nun eine Nummer größer) dieses Mal ankommt. Euch allen eine gute Nacht und einen schönen Sonntag. Jenny Noch ein Dankeschön für alle Euern netten Kommentare Freitag 06.10.2023 - Besuch bei Cervélo heute Ruhetag, bevor es morgen wieder mit dem Rad nach Hause geht. Donnerstag 05.10.2023 - Anreisetag Oder die etwas andere Geschäftsreise. Hallo, zuerst wollte ich schon gestern Abend schreiben, doch es kam alles anders als erwartet und ich war dann doch irgendwann zu kaputt. Wo fange ich an? Vielleicht mit „Wie kommt man auf 12000 Schritte, wenn man schon fast 9 Stunden auf dem Rad gesessen hat?“ Oder „240 Kilometer Radfahren kann ja jeder.“ Oder „DHL das neue DPD - gibt es auch noch gute Lieferdienste?“ Werd sich nun die Frage stellt, was ich jetzt schon wieder fasel, wird später aufgeklärt. Versprochen. Aber ich beginne mal ganz vorne. Da wir noch Urlaub haben und wir generell weg fahren müssen, um nicht wie vorgestern wieder Stunden im Laden zu verbringen, haben wir das nützliche mit dem „Spaßigen“ verbunden. Eine Fahrt mit dem Rad nach Mainz und wer aufgepasst hat, der weiß, das Cervélo in Mainz sitzt und Markus noch einmal dorthin wollte. Also Strecke erstellt und nach kurzer Planung ging es dann heute Morgen recht früh los. Gut 240 Kilometer standen auf dem Plan. Alles lief gut, die Strecke, von traumhaft bis fast Alptraum, war auch für mich gut machbar, hatte wenig Höhenmeter und den Windschatten hatte ich mit gebucht. Am ersten Anstieg wollte Markus, damit uns nicht langweilig wird, schon eine erste Bergwertung ausfahren. Er „Wer zuerst oben ist, darf sich heute Abend was wünschen.“ Ich „Ja, mach mal.“ In Gedanken ging ich meine Optionen durch. Erstens, Markus in den Graben schubsen. Das wurde direkt verworfen, weil ich trotzdem keine Chance gehabt hätte, solange er nicht ernsthaft verletzt wird. Trüge er größeren Schaden davon, wäre es total blöd, wenn ich meinen Windschatten schon nach 10 Kilometer nicht mehr dabei hätte. Zweitens, selbst eine Verletzung vortäuschen. Weiter komme ich nicht mit dem Denken, meine Beine brauchen den Sauerstoff. Gehirn wird ausgeschaltet. Also radeln wir und radeln und radeln, ab und an biegen wir falsch ab oder landen auf Schotterstrecken, die eher Gravel tauglich wären. Ab und an frage ich mich, wie ich bei dem Tempo 240 Kilometer schaffen soll aber zu meinem Glück kommt schon mal eine Ampel, ein Ort oder eine Oma in ihrem Auto, die den Verkehr etwas bremst. Zwischen Bonn und Koblenz ist die Strecke nicht so doll, in Koblenz ist es, wie zu erwarten voll und es geht nur schleppend durch den dichten Verkehr. Endlich aus Koblenz raus wird es besser und die Strecke auch schöner. Irgendwann fahren wir nicht mehr nach Navi, da dieses wieder auf die andere Rheinseite will und das Fährboot gerade erst auf der Anderen Seite anlegt. Um lange herumzustehen ist es ein bisschen zu frisch. Also weiter und es klappt ganz gut. Als wir dann endlich im Hotel ankommen und ich immer noch ganz gut drauf bin, freue ich mich, dass ich so gut durchgehalten habe. Ein bisschen Angst habe ich vor dem Rückweg, da kommen die Anstiege am Ende. Nicht zu viel drüber nachdenken. Die Freude über das erreichen des Ziels findet ein jähes Ende als wir merken, dass unser Express Paket mit den Klamotten nicht im Hotel angekommen ist. Dieses habe ich extra am Morgen vorher (8:30 Uhr) zu DHL gebracht. Lieferung am nächsten Tag im Laufe des Tages. Tja, das war wohl was für den A…. Wir bei DHL angerufen und was soll ich sagen, Servicewüste Deutschland. Die blöde Kuh am Telefon meinte, wenn man nicht angibt, dass die Lieferung bis 12 Uhr da sein soll, dann kann es auch was später werden. Dann meint die alte auch noch, dann müssen wir uns wohl Sachen kaufen gehen. Wenn es ginge, hätte ich die gerne durch das Telefon erwürgt. Mein „Schlaubi“ meinte dann auch noch, „Das habe ich mir fast gedacht, ich hätte bis 12 Uhr angegeben.“ Klugscheißer, kannst dich ja demnächst selbst drum kümmern. Da wir nicht warten wollten, denn es wurde langsam kalt in den Radsachen, haben wir die Hotelschluppen angezogen und sind schön mit Radklamotten in die Innenstadt von Maiz gerschluppt und shoppen gegangen. War echt auch mal ein Erlebnis. Und man wurde auch fast gar nicht blöd angeguckt. Und da soll mal einer was über uns Frauen sagen, ich war als erstes komplett ausgestattet und das nicht nur in halber Zeit von Markus. Auch für 1/3 dessen, was mein Mann ausgegeben hat. Dafür ist er jetzt was schicker und ich nur… sagen wir sportlich legere. Als wir endlich richtige Schuhe an hatten, lief es im wahrsten Sinne des Wortes schon besser. Die Hotelpantoffel sind echt nichts für weitere Strecken. So, nun wisst ihr woher die 12000 Schritte kommen. Und nach einem kleinen Snack am späten Abend, wollte ich nur noch ins Bett. Sch… Zahnbürste vergessen, also bin ich wohlgemerkt, noch einmal zur Rezeption runter gewatschelt und habe dem Herrn und mir eine Zahnbürste organisiert. So, jetzt hatte mich der Tag dann doch noch geschafft. Sendungsstatus unseres Pakets hat heute morgen übrigens von „Wird am 05.10 um Laufe des Tages zugestellt.“ auf „Daten nicht verfügbar“ gewechselt. Na herzlichen Glückwunsch. Wir gehen jetzt mal Frühstücken. Ich werde euch auf den Laufenden halten. Jenny Ganz besondere Grüße an die DHL, ihr seid spitze.
von Jenny • 28. September 2023
Hallo alle miteinander, es ist gestern irgendwie ziemlich spät geworden. Hier ticken die Uhren gefühlt etwas anders. Das Abendessen hat ungefähr 3,5 Stunden (ohne An-/Abfahrt) gedauert und das nicht weil wir so verfressen sind, sondern weil es wohl einfach dauert über 400 Mäuler zu stopfen. Die Location war allerdings ein Traum. Also wenn ich noch einmal heirate… So ging dann nach einer extrem kurzen Nacht um 6 Uhr schon wieder der Wecker. Wie sich jeder vorstellen kann ist das für den Ganser kein Problem, für mich dagegen schon und da ich keine Kaffeetante bin und nicht morgens schon ne Cola runterbekomme, musste es so gehen. Frühstücken, anziehen (es war übrigens nur 12 Grad und wir hatten maximal Armlinge und Weste dabei), losfahren. Markus hatte dann die eigentlich tolle Idee, dass wir einfach mal bei der schnellen Gruppe mitfahren, damit uns warm wird. Als es los ging, habe ich mich dann an sein Hinterrad gehängt. Nicht leicht bei so einem Feld und das ein oder andere Mal musste ich meinen Platz vehement verteidigen. Das ganze hat auch einige Kilometer gut funktioniert. Bis anscheinend einige dachten, das Rennen ist eröffnet, sobald die Stadt hinter uns lag. Bei der Besprechung am Morgen wurde allerdings ausdrücklich betont „This is not a race!“ - mein Englisch ist bestimmt nicht perfekt aber das habe selbst ich kapiert. Als ich die 4 vorne auf meiner Geschwindigkeitsanzeige gesehen habe und sich nach dem x-ten Kreisverkehr mit dem x-ten Beschleunigen auch mein Puls in ungeahnten Höhen geschwungen hatte, beschloss ich mich nach hinten fallen zu lassen. Markus war dann auch ganz schnell außer Sichtweite. Was soll ich sagen, es war eine ganz ganz blöde Idee. Als ich schon einige Plätze weiter hinten war, was im übrigen ziemlich flott ging, musste ich beim zurückblicken feststellen, da war niemand mehr zu sehen. Also war unsere Gruppe (ca. 60 Radler) schon um einiges vor den übrigen 340 (schlaueren Radlern). Schnell überlegen… nicht einfach bei Puls 200 - ich muss irgendwie dran bleiben. War ganz hinten dann leichter gesagt als getan, besser gesagt noch um einiges schwieriger, als zuvor weiter vorne im Peloton… Als sich das erst Loch aufgetan hatte, dachte ich schon „Na toll, jetzt kannst du dumme Nuss alleine weiterfahren bis irgendwann die andern von hinten kommen.“ Zum Glück hat mich eine rot Ampel gerettet. Im Prinzip mussten wir nicht oft warten. Die Orga war nämlich spitzenmäßig. Ein Teamwagen von INEOS fuhr vor dem Feld, davor noch zwei Polizeimotorräder, die den Verkehr für uns teilweise angehalten haben. Also doch ein Rennen?!?! Leider hatte ich mich zu früh gefreut, denn da kam der erste Anstieg und es kam, wie es kommen musste. Ich erläutere das nicht weiter! Das Schlimme war, alle haben oben gewartet. Zu meinem Glück und um noch ein wenig Selbstachtung zu behalten, ich war nicht der/die Letzte aus der Gruppe und immerhin zweite Frau (was mich doch etwas wurmt). Markus war wohl auch etwas erstaunt, dass alle warten musste, denn er ist NATÜRLICH mit den ersten Wahnsinnigen oben angekommen, hatte aber auch einen etwas höheren Puls (wahrscheinlich 140 oder so - hat er mir nicht gesagt) und musste dann abrupt anhalten, als es hieß „We stop and wait.“ Zur Erleichterung nicht nur meiner Wenigkeit hat der Teamwagen dann bis zum ersten offiziellen Stop, das Tempo etwas kontrolliert, so das es entspannter weiter ging. Markus und ich hatten eh schon vorher beschlossen, von dort alleine weiter zu fahren. Uns haben sich noch Alberto (Kunz) und Sven (Teutenberg) angeschlossen und es ging ohne Stress weiter. Die beiden mussten allerdings eher abbiegen und so durfte ich mit Markus alleine weiter. Aber er hat sich benommen, nur an einem Berg ist er vor gefahren. Am Ziel der Tour angekommen, gab es noch einen Abstecher in die Innenstadt von Treviso (übrigens sehr nett dort), Pasta, kühle Cola und anschließend ein Eis. Dann locker zum Hotel. Was nach den 119 Kilometern auch nötig war (für mich versteht sich, nicht für den Gansernator) und ja, wirklich locker, selbst für mich. Guter Mann. Nun frisch geduscht und die letzten Kilometer der EM geschaut, warten wir darauf, dass uns der Bus zum Abendessen abholt. Rückfahrt geplant um 24 Uhr - Italienischer Zeit. Also ich würde sagen, der anstrengendste steht uns noch bevor - nicht einschlafen! Euch allen auch eine schönen Abend Jenny PS: Ich glaube, ich bin dem Pinarello Dogma X verfallen - keine Werbung .
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