Hawaii 2026/8 Wettkampftag

jenniferganser • 28. Oktober 2026

IRONMAN

Wettkampftag (von Jenny)

Markus sagt, ich soll mal was tun und von gestern berichten. Ich bin ja nur Beobachterin und kann nur meine Sicht wiedergeben. Wenn ihr Insiderinfos vom Meister selbst haben möchtet, kann ich damit nur bedingt dienen. Also ran an die Arbeit.

Was soll ich sagen? Bin ich froh, dass es vorbei ist? Ganz ehrlich: Ja. Ich weiß, der Tag war für Markus um Längen anstrengender als für uns, doch auch wir waren alle komplett durch. Dabei war es praktisch den ganzen Tag bewölkt und morgens hatte es sogar geregnet. Man sollte meinen, das macht es angenehmer, aber als wir morgens aus dem Haus gegangen sind, war es wärmer und schwüler als an den anderen Tagen. Wenn ich sonst kurz vor sechs losgefahren bin, war es immer angenehm kühl. Wenn man hier von kühl reden kann.

Es ist, wie es ist, und ändern kann man es auch nicht.

Wie immer ist in Kona die Hölle los. Genau mein Ding. Menschenmassen! Der Tag beginnt mit Warten. Warten, bis Markus vom Einchecken kommt, warten auf den Schwimmstart, warten, bis der Ganser aus dem Wasser kommt, und dann weiter warten. Während Markus ein Ziel verfolgt, ist es bei uns eher ein etwas zielloses Herumlaufen. Außer man betrachtet das Fotosmachen als Ziel. Dann hatten wir doch eins, oder zumindest eine Aufgabe.

Markus war wie erwartet bei seiner „Paradedisziplin“, dem Schwimmen, im guten Mittelfeld. Soweit ich mitbekommen habe, gab es keine Schlägereien und er ist in seinem ganz persönlichen Stil durchgekommen (Schwimmzeit 1:12)

Radfahren ist halt für den Ganser so eine Sache zum Abhaken. Damit will ich nicht sagen, dass es einfach ist, doch da haben wir als Supporter schon so unsere Erwartungen. Ich war froh, als er heile aus Kona raus in Richtung Hawi gefahren ist. Im Ort war das reinste Chaos. Es waren so unglaublich viele auf der Strecke und ich will niemandem zu nahe treten, aber bei einigen hatte ich das Gefühl, dass sie in ihrem Leben noch nicht einmal auf dem Rad gesessen hatten. Das war teilweise ein Herumeiern – wobei ich nicht einmal die Geschwindigkeit meine. Die sind wirklich in Schlangenlinien gefahren und ein paarmal hatte ich wirklich Angst, dass es jeden Moment knallt. Die eine oder andere Sturzverletzung ließ auch nicht lange auf sich warten. Woran liegt es? Zu viele Teilnehmer? Schlechte Aufteilung der Startblöcke?

Mir ist klar, dass sie einige ältere Leute nicht zu spät starten lassen wollen und dass auch die Helfer mal Feierabend haben möchten. Aber die sind halt maximal im Weg. Auch das können wir nicht ändern. Glücklicherweise hat dann aber alles gut geklappt. Mit 5:08 Stunden war mein Mann dann auch ganz zufrieden.

Laufen … Mal überlegen, wie man es am besten beschreibt. Wie fast immer läuft es zu Beginn recht gut. Bis ca. Kilometer 10 gab es sogar noch mal ein Lächeln vom Ganser. Doch wenn er dann zum Energy Lab verschwindet, hat man nur noch den Tracker, der einem mitteilt, ob er gut unterwegs ist oder nicht. Wenn man dann irgendwann sieht, dass die Zeiten langsamer werden, kann man nur noch hoffen und etwas essen gehen, sich gemütlich in ein Restaurant am Meer setzen und gefühlt ein halbes Vermögen für ’ne Pizza ausgeben. Aber was macht man nicht alles! Dass die IRONMAN-WM auf Hawaii nichts für Sparfüchse ist (damit meine ich ausdrücklich auch mich), ist eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Auch egal.

Doch irgendwann kommt er angelaufen. Das ist schon mal gut, er geht nicht. Man erkennt schon von Weitem den unverwechselbaren Laufstil, und den komplett weißen Tri-Suit erkennt man auch ganz gut. Beim Vorbeilaufen bemerkt mein Hausfrauenauge auch direkt: Der Einteiler sieht noch ganz passabel aus. Hat er sich zumindest nicht eingesaut. Guter Mann und gut fürs Foto. Er hat sogar die Kappe für den Zieleinlauf abgenommen. Also, wenn er an so etwas noch denken kann, hätte er auch zwei Minuten schneller laufen können (Laufzeit 4:07) Ich hatte nämlich bei unserem Tippspiel auf 10:38 getippt. Jetzt hatte er 10:40:19, und jemand war noch ein paar Sekunden näher dran. Aber vielleicht hätte ich eh nicht mittippen dürfen. Insiderwissen. Oder man hätte uns Manipulation vorwerfen können.

Ich gönne es dem Sieger.

Dann hieß es noch mal warten, bis der IRONMAN aus der Finisher-Zone herauskommt.

Ich möchte bemerken: So emotional habe ich meinen Mann selten erlebt. Die meisten können sich vorstellen, wie aufreibend die ganze Vorbereitung auf diesen Wettkampf war, mit allen Höhen und einigen Tiefen. Das lässt auch einen IRONMAN nicht ganz kalt. Es gab einmal Rudeldrücken.

Dann wurde gewartet, bis Leni Markus’ Rad und die Beutel aus der Wechselzone geholt hatte. Sie hatte sich, glaube ich, nur so schnell angeboten, die Sachen zu holen, weil sie gerne mal ihr Näschen in die „heiligen Hallen“ stecken wollte. So lange, wie das gedauert hat, dachten wir schon, die kommt gar nicht wieder.

Doch dann ist auch der längste Tag einmal geschafft. Alle inklusive dem Ganser platt. Heute hatte er sich dann mal einen Ruhetag verdient.

Aloha


von jenniferganser • 28. Oktober 2026
Bildergalerie Hawaii 2026
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
Hawaii 2026 – Volles Programm (von Jenny)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
„Auf dem Highway ist die Hölle los“ (von Markus)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
Hawaii 2026 – Voll verkackt! (Von Jenny)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
Hoala Swim (von Markus)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
IRONMAN Hawaii – und wie ich mich mal wieder selbst überschätzt habe (von Jenny)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
Erster Tag auf Big Island. (von Markus)
von jenniferganser • 28. Oktober 2026
IRONMAN Hawaii – Wettkampf, Urlaub oder Stress pur? (von Jenny)
von Jenny • 8. Oktober 2023
Samstag 07.10.2023 - Abreisetag Also eigentlich sollte die Überschrift lauten im „Sturmschatten“, denn heute war es nich wie letzte Woche noch vorausgesagt, sonnig und windstill. Aber dazu gleich. Erst einmal die gute Nachricht, wir sind wieder zu Hause. Also zumindest eine gute Nachricht für mich, denn ich hatte schon etwas Bammel vor der Rückfahrt. Nicht nur wegen der Länge, sondern auch, weil die meisten Höhenmeter ganz am Schluss kommen. Natürlich muss ich fast immer ein paar Hügel rauf, wenn ich nach Hause möchte aber im Normalfall habe ich dann nicht schon über 200 Kilometer auf dem Tacho. Also bin ich erst einmal froh, dass ich zurück bin. Nicht auf dem Plan hatten wir den Wind. Bis Kilometer 150 war alles gut. Die Strecke ein wenig anders als auf der Hinfahrt. Aber soweit alles gut. Dann wurde es etwas unangenehm, es war nicht windig, sondern stürmisch. Und auch wenn ich praktisch wie eine Klette an dem Hinterrad meines Gatten hing, hat meine Wenigkeit den „Sturmwind“ auch zu spüren bekommen. Dementsprechend haben mir dann die letzten 30 Kilometer schon gut zugesetzt. Angekommen ging mal fünf Minuten nichts mehr. Vielleicht waren es auch zehn. Oder fünfzehn. Gut neun Stunden im Sattel, da hat man übrigens viel Zeit zum Nachdenken/Beobachten und ich muss sagen, da ich 99,9 Prozent hinter dem Ganser gefahren bin, kenn ich seine Kehrseite jetzt in und auswendig - jetzt kommt bitte nicht auf komische Gedanken!!! Die Restlichen 0,1 Prozent waren „Pipipausen“, da rollt die Ganser dann mal locker vor. Ist immer eine gute Gelegenheit zum Verschnaufen. Wenn ich mal eine machen muss, bleibt der Herr stehen und macht dumme Sprüche. Ich habe auf dem Weg öfters gedacht, warum einige Männer manchmal so bescheuert sind. Ich betone „einige“. Er braucht ja nicht unbedingt weiter fahren, würde ihn ja nie mehr einholen. Aber ein Minimum an Privatsphäre, wäre auch in einer Ehe nicht verkehrt. Markus und ich hatten zwischenzeitlich auch öfter Verständigungsprobleme. Er hört auf zu treten, der Freilauf macht Krach wie Sau und bei mir kommt an: „… da… gesehen? …“ Ich brülle über das nervige Geräusch der Laufräder im Leerlauf zurück. „Ich kann dich nicht verstehen, dein Freilauf ist zu laut und dann der Wind.“ (irgendwie ist es immer windig mit Markus, und wenn es nur der Fahrtwind ist). Fünf Minuten später. Markus hört auf zu treten, das Hinterrad knattert wie ein Maschinengewehr, er sagt irgendwas und fuchtelt mit der Hand in irgendeine Richtung. Ich habe kein Wort verstanden. Darauf brülle ich, um das Knattern zu übertönen: „Ich kann dich nicht verstehen.“ Das geht noch einige Male so, bis ich mich geschlagen gebe und einfach nichts mehr sage, hat ja eh kein Zweck. Also dieser Freilauf macht mich irre. Selbst Markus geht das langsam auf den Wecker, wir haben schon in Erwägung gezogen, die wegen Lärmbelästigung zu Verklagen. Ein Vorteil hat das knattern aber dann doch, mit der Lautstärke kann keine Klingel mithalten und Markus muss nur mal kurz aufhören zu treten und jeder im näheren Umfeld kann uns hören. Als wir dann langsam wieder in heimischen Gefilden ankommen, schalte ich endgültig das Navi ab, das ständig piept, weil ich nicht mehr auf der Strecke bin, wenden soll oder weil es mich einfach nerven will, wer weiß das schon so genau. Markus fährt sowieso, wie er will. Oft frage ich mich auch, warum er einfach jeden Weg im Umkreis von hundert Kilometern kennt. Der Mann verbringt eindeutig zu viel Zeit auf dem Rad aber er weiß nicht, wo in der Küche eine Schere liegt. Er sollte demnächst mal mehr Zeit im Haushalt verbringen. Kann auch direkt damit anfangen. Ich stehe heute nicht mehr vom Sofa auf. Auf meine Frage, ob er wenigstens auch ein bisschen platt ist, kam nur „Mir tut der A… weh.“ Und da es ihm noch gut geht, bis auf die „Po-Probleme“ kann er mich ein bisschen bedienen - Sitzprobleme hatte ich übrigens nicht, der soll noch mal über meinen Sattel herziehen, weil der nicht so toll ist. Ich hab da mal ein Foto seiner Trikottaschen gemacht. Ihr wisst, ein Bild sagt mehr als…. Aber auf keinen Fall eine größere Satteltasche benutzen. Das war es soweit. Jetzt sind wir mal gespannt, wann unser Karton (nun eine Nummer größer) dieses Mal ankommt. Euch allen eine gute Nacht und einen schönen Sonntag. Jenny Noch ein Dankeschön für alle Euern netten Kommentare Freitag 06.10.2023 - Besuch bei Cervélo heute Ruhetag, bevor es morgen wieder mit dem Rad nach Hause geht. Donnerstag 05.10.2023 - Anreisetag Oder die etwas andere Geschäftsreise. Hallo, zuerst wollte ich schon gestern Abend schreiben, doch es kam alles anders als erwartet und ich war dann doch irgendwann zu kaputt. Wo fange ich an? Vielleicht mit „Wie kommt man auf 12000 Schritte, wenn man schon fast 9 Stunden auf dem Rad gesessen hat?“ Oder „240 Kilometer Radfahren kann ja jeder.“ Oder „DHL das neue DPD - gibt es auch noch gute Lieferdienste?“ Werd sich nun die Frage stellt, was ich jetzt schon wieder fasel, wird später aufgeklärt. Versprochen. Aber ich beginne mal ganz vorne. Da wir noch Urlaub haben und wir generell weg fahren müssen, um nicht wie vorgestern wieder Stunden im Laden zu verbringen, haben wir das nützliche mit dem „Spaßigen“ verbunden. Eine Fahrt mit dem Rad nach Mainz und wer aufgepasst hat, der weiß, das Cervélo in Mainz sitzt und Markus noch einmal dorthin wollte. Also Strecke erstellt und nach kurzer Planung ging es dann heute Morgen recht früh los. Gut 240 Kilometer standen auf dem Plan. Alles lief gut, die Strecke, von traumhaft bis fast Alptraum, war auch für mich gut machbar, hatte wenig Höhenmeter und den Windschatten hatte ich mit gebucht. Am ersten Anstieg wollte Markus, damit uns nicht langweilig wird, schon eine erste Bergwertung ausfahren. Er „Wer zuerst oben ist, darf sich heute Abend was wünschen.“ Ich „Ja, mach mal.“ In Gedanken ging ich meine Optionen durch. Erstens, Markus in den Graben schubsen. Das wurde direkt verworfen, weil ich trotzdem keine Chance gehabt hätte, solange er nicht ernsthaft verletzt wird. Trüge er größeren Schaden davon, wäre es total blöd, wenn ich meinen Windschatten schon nach 10 Kilometer nicht mehr dabei hätte. Zweitens, selbst eine Verletzung vortäuschen. Weiter komme ich nicht mit dem Denken, meine Beine brauchen den Sauerstoff. Gehirn wird ausgeschaltet. Also radeln wir und radeln und radeln, ab und an biegen wir falsch ab oder landen auf Schotterstrecken, die eher Gravel tauglich wären. Ab und an frage ich mich, wie ich bei dem Tempo 240 Kilometer schaffen soll aber zu meinem Glück kommt schon mal eine Ampel, ein Ort oder eine Oma in ihrem Auto, die den Verkehr etwas bremst. Zwischen Bonn und Koblenz ist die Strecke nicht so doll, in Koblenz ist es, wie zu erwarten voll und es geht nur schleppend durch den dichten Verkehr. Endlich aus Koblenz raus wird es besser und die Strecke auch schöner. Irgendwann fahren wir nicht mehr nach Navi, da dieses wieder auf die andere Rheinseite will und das Fährboot gerade erst auf der Anderen Seite anlegt. Um lange herumzustehen ist es ein bisschen zu frisch. Also weiter und es klappt ganz gut. Als wir dann endlich im Hotel ankommen und ich immer noch ganz gut drauf bin, freue ich mich, dass ich so gut durchgehalten habe. Ein bisschen Angst habe ich vor dem Rückweg, da kommen die Anstiege am Ende. Nicht zu viel drüber nachdenken. Die Freude über das erreichen des Ziels findet ein jähes Ende als wir merken, dass unser Express Paket mit den Klamotten nicht im Hotel angekommen ist. Dieses habe ich extra am Morgen vorher (8:30 Uhr) zu DHL gebracht. Lieferung am nächsten Tag im Laufe des Tages. Tja, das war wohl was für den A…. Wir bei DHL angerufen und was soll ich sagen, Servicewüste Deutschland. Die blöde Kuh am Telefon meinte, wenn man nicht angibt, dass die Lieferung bis 12 Uhr da sein soll, dann kann es auch was später werden. Dann meint die alte auch noch, dann müssen wir uns wohl Sachen kaufen gehen. Wenn es ginge, hätte ich die gerne durch das Telefon erwürgt. Mein „Schlaubi“ meinte dann auch noch, „Das habe ich mir fast gedacht, ich hätte bis 12 Uhr angegeben.“ Klugscheißer, kannst dich ja demnächst selbst drum kümmern. Da wir nicht warten wollten, denn es wurde langsam kalt in den Radsachen, haben wir die Hotelschluppen angezogen und sind schön mit Radklamotten in die Innenstadt von Maiz gerschluppt und shoppen gegangen. War echt auch mal ein Erlebnis. Und man wurde auch fast gar nicht blöd angeguckt. Und da soll mal einer was über uns Frauen sagen, ich war als erstes komplett ausgestattet und das nicht nur in halber Zeit von Markus. Auch für 1/3 dessen, was mein Mann ausgegeben hat. Dafür ist er jetzt was schicker und ich nur… sagen wir sportlich legere. Als wir endlich richtige Schuhe an hatten, lief es im wahrsten Sinne des Wortes schon besser. Die Hotelpantoffel sind echt nichts für weitere Strecken. So, nun wisst ihr woher die 12000 Schritte kommen. Und nach einem kleinen Snack am späten Abend, wollte ich nur noch ins Bett. Sch… Zahnbürste vergessen, also bin ich wohlgemerkt, noch einmal zur Rezeption runter gewatschelt und habe dem Herrn und mir eine Zahnbürste organisiert. So, jetzt hatte mich der Tag dann doch noch geschafft. Sendungsstatus unseres Pakets hat heute morgen übrigens von „Wird am 05.10 um Laufe des Tages zugestellt.“ auf „Daten nicht verfügbar“ gewechselt. Na herzlichen Glückwunsch. Wir gehen jetzt mal Frühstücken. Ich werde euch auf den Laufenden halten. Jenny Ganz besondere Grüße an die DHL, ihr seid spitze.
von Jenny • 28. September 2023
Hallo alle miteinander, es ist gestern irgendwie ziemlich spät geworden. Hier ticken die Uhren gefühlt etwas anders. Das Abendessen hat ungefähr 3,5 Stunden (ohne An-/Abfahrt) gedauert und das nicht weil wir so verfressen sind, sondern weil es wohl einfach dauert über 400 Mäuler zu stopfen. Die Location war allerdings ein Traum. Also wenn ich noch einmal heirate… So ging dann nach einer extrem kurzen Nacht um 6 Uhr schon wieder der Wecker. Wie sich jeder vorstellen kann ist das für den Ganser kein Problem, für mich dagegen schon und da ich keine Kaffeetante bin und nicht morgens schon ne Cola runterbekomme, musste es so gehen. Frühstücken, anziehen (es war übrigens nur 12 Grad und wir hatten maximal Armlinge und Weste dabei), losfahren. Markus hatte dann die eigentlich tolle Idee, dass wir einfach mal bei der schnellen Gruppe mitfahren, damit uns warm wird. Als es los ging, habe ich mich dann an sein Hinterrad gehängt. Nicht leicht bei so einem Feld und das ein oder andere Mal musste ich meinen Platz vehement verteidigen. Das ganze hat auch einige Kilometer gut funktioniert. Bis anscheinend einige dachten, das Rennen ist eröffnet, sobald die Stadt hinter uns lag. Bei der Besprechung am Morgen wurde allerdings ausdrücklich betont „This is not a race!“ - mein Englisch ist bestimmt nicht perfekt aber das habe selbst ich kapiert. Als ich die 4 vorne auf meiner Geschwindigkeitsanzeige gesehen habe und sich nach dem x-ten Kreisverkehr mit dem x-ten Beschleunigen auch mein Puls in ungeahnten Höhen geschwungen hatte, beschloss ich mich nach hinten fallen zu lassen. Markus war dann auch ganz schnell außer Sichtweite. Was soll ich sagen, es war eine ganz ganz blöde Idee. Als ich schon einige Plätze weiter hinten war, was im übrigen ziemlich flott ging, musste ich beim zurückblicken feststellen, da war niemand mehr zu sehen. Also war unsere Gruppe (ca. 60 Radler) schon um einiges vor den übrigen 340 (schlaueren Radlern). Schnell überlegen… nicht einfach bei Puls 200 - ich muss irgendwie dran bleiben. War ganz hinten dann leichter gesagt als getan, besser gesagt noch um einiges schwieriger, als zuvor weiter vorne im Peloton… Als sich das erst Loch aufgetan hatte, dachte ich schon „Na toll, jetzt kannst du dumme Nuss alleine weiterfahren bis irgendwann die andern von hinten kommen.“ Zum Glück hat mich eine rot Ampel gerettet. Im Prinzip mussten wir nicht oft warten. Die Orga war nämlich spitzenmäßig. Ein Teamwagen von INEOS fuhr vor dem Feld, davor noch zwei Polizeimotorräder, die den Verkehr für uns teilweise angehalten haben. Also doch ein Rennen?!?! Leider hatte ich mich zu früh gefreut, denn da kam der erste Anstieg und es kam, wie es kommen musste. Ich erläutere das nicht weiter! Das Schlimme war, alle haben oben gewartet. Zu meinem Glück und um noch ein wenig Selbstachtung zu behalten, ich war nicht der/die Letzte aus der Gruppe und immerhin zweite Frau (was mich doch etwas wurmt). Markus war wohl auch etwas erstaunt, dass alle warten musste, denn er ist NATÜRLICH mit den ersten Wahnsinnigen oben angekommen, hatte aber auch einen etwas höheren Puls (wahrscheinlich 140 oder so - hat er mir nicht gesagt) und musste dann abrupt anhalten, als es hieß „We stop and wait.“ Zur Erleichterung nicht nur meiner Wenigkeit hat der Teamwagen dann bis zum ersten offiziellen Stop, das Tempo etwas kontrolliert, so das es entspannter weiter ging. Markus und ich hatten eh schon vorher beschlossen, von dort alleine weiter zu fahren. Uns haben sich noch Alberto (Kunz) und Sven (Teutenberg) angeschlossen und es ging ohne Stress weiter. Die beiden mussten allerdings eher abbiegen und so durfte ich mit Markus alleine weiter. Aber er hat sich benommen, nur an einem Berg ist er vor gefahren. Am Ziel der Tour angekommen, gab es noch einen Abstecher in die Innenstadt von Treviso (übrigens sehr nett dort), Pasta, kühle Cola und anschließend ein Eis. Dann locker zum Hotel. Was nach den 119 Kilometern auch nötig war (für mich versteht sich, nicht für den Gansernator) und ja, wirklich locker, selbst für mich. Guter Mann. Nun frisch geduscht und die letzten Kilometer der EM geschaut, warten wir darauf, dass uns der Bus zum Abendessen abholt. Rückfahrt geplant um 24 Uhr - Italienischer Zeit. Also ich würde sagen, der anstrengendste steht uns noch bevor - nicht einschlafen! Euch allen auch eine schönen Abend Jenny PS: Ich glaube, ich bin dem Pinarello Dogma X verfallen - keine Werbung .
Show More